Lakes Entrance, ein kleiner Touristen Ort am Meer, hat uns gut gefallen.
U.a. haben wir einen Spaziergang zum Entrance unternommen. Das ist die künstlich erweiterte Öffnung vom Meer zu den Seen, die sich um den Ort herum befinden.
Schon der Weg zum Entrance war wirklich urig mit vielen knorrigen, alten Bäumen.




Am Entrance „brodelte“ das Wasser vom Meer zu den Seen und umgekehrt, und hier konnten wir dann tatsächlich die besagten Seehunde beobachten.
Ich habe versucht, sie zu Filmen und zu fotografieren. Aber die Tiere sind immer zu schnell wieder abgetaucht, so dass das nicht wirklich was geworden ist.


Dafür habe ich ein paar schwarze Schwäne, die wir hier in Australien schon häufiger gesehen haben, und endlich ein paar Papageien fotografieren können.



Vom Entrance aus sind wir am Strand zurück zum Motel gegangen. Und das war endlich mal ein Strand mit richtig vielen Muscheln. Da hat mein Sammler-Herz höher geschlagen.
Aber da ich nicht genau weiß, ob man hier Muscheln sammeln darf und wir eh schon zuviel mit uns rumschleppen, hab ich mich damit begnügt, sie zu fotografieren.



Der Besitzer unseres Motels hat uns geraten, in dem örtlichen Fahrradladen um Rat zu fragen, was einen geeigneten Rückweg nach Bairnsdale angeht, da die Leute dort auch Touren für Radfahrer organisieren. Und tatsächlich konnte man uns dort helfen.
Parallel zum Discovery Trail, den wir nicht zurück fahren könnten, führt ein Kiesweg (gut befahrbar ) mit moderaten Steigungen zum Rail Trail. Und da wir früh aufgestanden sind, weil es dann noch schön kühl ist, haben wir die 60 km bis Bairnsdale bis mittags geschafft.
Dabei wären wir fast noch mit einem Känguru zusammen gestoßen, das plötzlich aus dem Gebüsch über den Weg hüpfte.
Wir waren so früh in Bairnsdale, dass ich noch zum Friseur gehen konnte. Das war nach 3 Monaten höchste Zeit. Jetzt kann ich wieder aus den Augen schauen.
Von Bairnsdale war unser nächstes Ziel Sale. Das ist mit 75 km ein Strecke, die für uns schon ganz schön weit ist. Aber da sie insgesamt nur die Hälfte Höhenmeter hat, wie die Strecke von Lakes Entrance nach Bairnsdale, haben wir gedacht, dass wir sie durchaus gut bewältigen würden.
Dummerweise hatten wir von Anfang bis Ende starken Gegenwind, so dass wir uns jeden Kilometer erkämpfen mussten.
Während der Fahrt hatten wir sowas wie eine private Flugvorführung. 6 Propellermaschienen scheinen Formationsfliegen und dergleichen geübt zu haben und haben immer wieder ihre Kreise über uns gezogen.

Die Landschaft hier in Victoria hat sich sehr verändert. Wir sind fast die ganze Strecke an Wiesen und Weiden mit grasenden Rindern entlang gefahren mit nur vereinzelten Bäumen. So stelle ich mir die Prärie in Amerika vor. Da konnte der Wind ungehindert drüber weg fegen. Als wir abends endlich an unserer Unterkunft waren, hatte ich nur noch Pudding in den Beinen.




Sale ist eine Stadt, die im Landesinneren liegt. Da wir so platt von der Gegenwind-Tour waren, sind wir hier gleich zwei Nächte geblieben, um uns zu erholen, bevor wir weitere 70 km nach Yarram fahren.








Am Sonntag ging es dann weiter nach Yarram. Und da wieder ein heißer Tag voraus gesagt war, sind wir wieder früh los gefahren. Der Wind hatte sich inzwischen beruhigt und hat , wenn überhaupt, dann von hinten geweht.
So haben wir diesmal die 70 km gut geschafft. Eigentlich waren es sogar 80 km, da Niels bei einer Trinkpause seine Fahrradhandschuhe liegen gelassen hatte. Das ist ihm erst nach ca. 5 km aufgefallen. Da das Schalten ohne Handschuhe, mit verschwitzten Händen, manchmal unmöglich ist, sind wir umgekehrt, um sie zu holen.
Ansonsten war nichts Besonderes auf der Strecke. Es ging fast nur an einer Straße entlang, meist mit gutem Seitenstreifen und nur wenig Verkehr. Wie schon auf der Strecke nach Sale, ging es meist an Weideland vorbei.
Yarram ist ein kleiner Ort mit gerade mal 2000 Einwohnern. Die scheinen allerdings bemalte Hauswände zu lieben. Ich habe noch nicht mal alle fotografiert:






Unser nächstes Ziel laut unseren Tracks wäre Port Welshpool gewesen. Dort gab es aber keine geeigneten Unterkünfte und die Strecke war uns auch ein bisschen kurz. Deshalb haben wir uns für Toora als nächstes Ziel entschieden. Das lag zwar auch nicht soviel weiter weg, aber es gab immerhin eine geeignete Unterkunft. Die ersten 7 km der Strecke war ein kleiner Railtrail. Danach mussten wir bis Welshpool wieder an der Straße fahren, weil der Railtrail zwischen Welshpool und Yarram noch nicht fertig war.
Wie wir später erfahren haben, ist ein guter Teil des im Bau befindlichen Trails in Welshpool zu Weihnachten 2023 wegen erheblicher Regenfälle überflutet und wegeschwemmt worden. Auch etliche Häuser waren wohl von der Überflutung betroffen. Das letzte Mal gab es Vergleichbares wohl 1911.
Die Straße ließ sich aber grundsätzlich auch gut fahren. Der Verkehr hielt sich in Grenzen und meistens gab es einen guten Seitenstreifen. Allerdings hatten wir mal wieder Gegenwind und zu allem Überfluss fing es an zu regnen.


In Welshpool haben wir dann erst mal Mittagspause gemacht, um uns wieder aufzuwärmen und das Ende des Regens abzuwarten. Da es so ungemütlich war, haben wir uns den Abstecher ans Meer nach Port Welshpool gespart und sind gleich weiter nach Toora gefahren und zwar auf dem Great Southern Railtrail, der ab Welshpool beginnt.
Erkenntnisse
– Manchmal sollte man die Speisekarte auch umdrehen.
– Was man nicht im Kopf hat, muss man in den Beinen haben.
























































































































































