Von Rail Trail zu Rail Trail

Lakes Entrance, ein kleiner Touristen Ort am Meer, hat uns gut gefallen.

U.a. haben wir einen Spaziergang zum Entrance unternommen. Das ist die künstlich erweiterte Öffnung vom Meer zu den Seen, die sich um den Ort herum befinden.

Schon der Weg zum Entrance war wirklich urig mit vielen knorrigen, alten Bäumen.

Am Entrance „brodelte“ das Wasser vom Meer zu den Seen und umgekehrt, und hier konnten wir dann tatsächlich die besagten Seehunde beobachten.

Ich habe versucht, sie zu Filmen und zu fotografieren. Aber die Tiere sind immer zu schnell wieder abgetaucht, so dass das nicht wirklich was geworden ist.

Dafür habe ich ein paar schwarze Schwäne, die wir hier in Australien schon häufiger gesehen haben, und endlich ein paar Papageien fotografieren können.

Vom Entrance aus sind wir am Strand zurück zum Motel gegangen. Und das war endlich mal ein Strand mit richtig vielen Muscheln. Da hat mein Sammler-Herz höher geschlagen.

Aber da ich nicht genau weiß, ob man hier Muscheln sammeln darf und wir eh schon zuviel mit uns rumschleppen, hab ich mich damit begnügt, sie zu fotografieren.

Der Besitzer unseres Motels hat uns geraten, in dem örtlichen Fahrradladen um Rat zu fragen, was einen geeigneten Rückweg nach Bairnsdale angeht, da die Leute dort auch Touren für Radfahrer organisieren. Und tatsächlich konnte man uns dort helfen.

Parallel zum Discovery Trail, den wir nicht zurück fahren könnten, führt ein Kiesweg (gut befahrbar ) mit moderaten Steigungen zum Rail Trail. Und da wir früh aufgestanden sind, weil es dann noch schön kühl ist, haben wir die 60 km bis Bairnsdale bis mittags geschafft.

Dabei wären wir fast noch mit einem Känguru zusammen gestoßen, das plötzlich aus dem Gebüsch über den Weg hüpfte.

Wir waren so früh in Bairnsdale, dass ich noch zum Friseur gehen konnte. Das war nach 3 Monaten höchste Zeit. Jetzt kann ich wieder aus den Augen schauen.

Von Bairnsdale war unser nächstes Ziel Sale. Das ist mit 75 km ein Strecke, die für uns schon ganz schön weit ist. Aber da sie insgesamt nur die Hälfte Höhenmeter hat, wie die Strecke von Lakes Entrance nach Bairnsdale, haben wir gedacht, dass wir sie durchaus gut bewältigen würden.

Dummerweise hatten wir von Anfang bis Ende starken Gegenwind, so dass wir uns jeden Kilometer erkämpfen mussten.

Während der Fahrt hatten wir sowas wie eine private Flugvorführung. 6 Propellermaschienen scheinen Formationsfliegen und dergleichen geübt zu haben und haben immer wieder ihre Kreise über uns gezogen.

Die Landschaft hier in Victoria hat sich sehr verändert. Wir sind fast die ganze Strecke an Wiesen und Weiden mit grasenden Rindern entlang gefahren mit nur vereinzelten Bäumen. So stelle ich mir die Prärie in Amerika vor. Da konnte der Wind ungehindert drüber weg fegen. Als wir abends endlich an unserer Unterkunft waren, hatte ich nur noch Pudding in den Beinen.

Sale ist eine Stadt, die im Landesinneren liegt. Da wir so platt von der Gegenwind-Tour waren, sind wir hier gleich zwei Nächte geblieben, um uns zu erholen, bevor wir weitere 70 km nach Yarram fahren.

Am Sonntag ging es dann weiter nach Yarram. Und da wieder ein heißer Tag voraus gesagt war, sind wir wieder früh los gefahren. Der Wind hatte sich inzwischen beruhigt und hat , wenn überhaupt, dann von hinten geweht.

So haben wir diesmal die 70 km gut geschafft. Eigentlich waren es sogar 80 km, da Niels bei einer Trinkpause seine Fahrradhandschuhe liegen gelassen hatte. Das ist ihm erst nach ca. 5 km aufgefallen. Da das Schalten ohne Handschuhe, mit verschwitzten Händen, manchmal unmöglich ist, sind wir umgekehrt, um sie zu holen.

Ansonsten war nichts Besonderes auf der Strecke. Es ging fast nur an einer Straße entlang, meist mit gutem Seitenstreifen und nur wenig Verkehr. Wie schon auf der Strecke nach Sale, ging es meist an Weideland vorbei.

Yarram ist ein kleiner Ort mit gerade mal 2000 Einwohnern. Die scheinen allerdings bemalte Hauswände zu lieben. Ich habe noch nicht mal alle fotografiert:

Unser nächstes Ziel laut unseren Tracks wäre Port Welshpool gewesen. Dort gab es aber keine geeigneten Unterkünfte und die Strecke war uns auch ein bisschen kurz. Deshalb haben wir uns für Toora als nächstes Ziel entschieden. Das lag zwar auch nicht soviel weiter weg, aber es gab immerhin eine geeignete Unterkunft. Die ersten 7 km der Strecke war ein kleiner Railtrail. Danach mussten wir bis Welshpool wieder an der Straße fahren, weil der Railtrail zwischen Welshpool und Yarram noch nicht fertig war.

Wie wir später erfahren haben, ist ein guter Teil des im Bau befindlichen Trails in Welshpool zu Weihnachten 2023 wegen erheblicher Regenfälle überflutet und wegeschwemmt worden. Auch etliche Häuser waren wohl von der Überflutung betroffen. Das letzte Mal gab es Vergleichbares wohl 1911.

Die Straße ließ sich aber grundsätzlich auch gut fahren. Der Verkehr hielt sich in Grenzen und meistens gab es einen guten Seitenstreifen. Allerdings hatten wir mal wieder Gegenwind und zu allem Überfluss fing es an zu regnen.

In Welshpool haben wir dann erst mal Mittagspause gemacht, um uns wieder aufzuwärmen und das Ende des Regens abzuwarten. Da es so ungemütlich war, haben wir uns den Abstecher ans Meer nach Port Welshpool gespart und sind gleich weiter nach Toora gefahren und zwar auf dem Great Southern Railtrail, der ab Welshpool beginnt.

Erkenntnisse

– Manchmal sollte man die Speisekarte auch umdrehen.

– Was man nicht im Kopf hat, muss man in den Beinen haben.

East Gippsland Rail Trail

In Bairnsdale haben wir noch einen Tag Zeit gehabt den Ort zu erkunden. Hier gibt es ein paar hübsche historische Gebäude. Am besten hat mir das Gerichtsgebäude gefallen.

Auf einer kleinen Fahrradtour entlang des Mitchell Rivers sind wir dann noch auf eine riesige Kolonie von Flying Foxes gestoßen. Das waren hunderte Tiere, die da die Bäume bevölkert haben. Das sind schon sehr faszinierende Tiere und in der Menge sehr beeindruckend. Ein Baum nach dem anderen war mit ihnen behängt.

In Bairnsdale beginnt der East Gippsland Rail Trail. Und auch, wenn der sozusagen in die falsche Richtung (weg von Melbourne) führt, so wollten wir uns den nicht entgehen lassen.

Also haben wir beschlossen, den Trail hin und zurück zu fahren. Am ersten Tag sind wir 60 km bis Nowa Nowa gefahren.

Endlich mal wieder ein richtig schöner Radweg ohne Autos mitten durch die Natur. Und sämtliche Steigungen, zwar auch anstrengend, weil sie sich in die Länge ziehen, waren trotzdem machbar.

Kurz vor Nowa Nowa gab es noch ein Relikt aus vergangenen Zeiten zu besichtigen.

Von dieser Art Brücke gab es noch einige entlang des Trails, aber diese war die größte.

In Nowa Nowa gab es eigentlich nur eine Unterkunft. Leider waren dort alle Cabins schon belegt, also mussten wir, obwohl wir eigentlich nicht mehr campen wollten, in ein Zelt ⛺. Aber wie sich herausstellte war das ein hervorragendes Glamping Zelt mit eigener Badkabine.

Und weil es uns so gut gefallen hat, haben wir gleich um eine Nacht verlängert und sind am nächsten Tag ohne Gepäck ans Ende des Rail Trails nach Orbost und zurück nach Nowa Nowa gefahren.

Dieser zweite Part des Radweges schien nicht mehr so stark befahren zu werden. Während wir am ersten Tag zahlreichen Radfahrern begegnet waren, sind wir auf diesem Teil gerade mal einem einzigen Spaziergänger begegnet. Dafür haben 2 Kängurus und ein Fuchs unseren Weg gekreuzt.

Auch war der Weg von anderer Qualität. Etwa die Hälfte war eher ein Waldweg, auf dem viel Steine, Blätter und Zweige herumlagen. Zweimal mussten wir umgekippte Bäume überqueren. Das hat das Fahren sehr anstrengend gemacht. Andererseits war die Strecke landschaftlich ansprechender, als der erste Teil. Und auch, wenn wir abends nach den 80 km ziemlich geschafft waren, war es trotzdem eine schöne Tour.

Am Rail Trail nach Orbost

Der East Gippsland Rail Trail hat noch einen Abstecher nach Lakes Entrance am Meer, den Gippsland Lakes Discovery Trail. Und da man in Lakes Entrance Seehunde beobachten können soll, war das unser nächstes Ziel.

Wenn wir die Beschreibung des Discovery Trails vorher gelesen hätten, wären wir ihn womöglich nicht gefahren. Dann hätten wir aber wirklich was verpasst. Der Weg führte sozusagen mitten durch den Dschungel.

Termitenhügel?
Discovery Trail

Das war wunderschön. Meist ging es seicht bergab. Aber es gab ein paar Stellen, an denen es so steil bergab ging, dass wir lieber geschoben haben. Außerdem war der Untergrund großenteils relativ weicher Waldboden, der unsere Fahrt gebremst hat. Und obwohl wir diesmal insgesamt nur 40 km zurück gelegt haben, waren wir doch echt platt. Vielleicht steckten uns auch einfach nur die 80 km vom Vortag in den Knochen.

Daher bleiben wir in Lakes Entrance zwei Nächte, zum Einen, um uns auszuruhen, zum Anderen, um rauszufinden, wie wir hier wieder wegkommen. Denn den Discovery Trail, so schön er auch war, schaffen wir nicht in die andere Richtung.

Erkenntnisse

– vor dem Verlassen der Unterkunft immer überprüfen, ob man die Hose nicht auf links an hat.

– die landschaftlich schönsten Wege sind oft auch die schwierigsten.

Auf Abwegen

Als wir in Sanctuary Point unsere nächste Unterkunft suchen wollten und dabei unsere nächsten Tracks angeschaut haben, haben wir festgestellt, dass die nächsten Touren hauptsächlich am Highway langführen würden. Noch dazu waren die Höhenmeter erheblich (jedenfalls für uns).

Da wir keine Lust auf Highway (= viel Verkehr, aber oft schmale oder gar keine Seitenstreifen) + Höhenmeter hatten, und es auch auf den Abschnitt zuging, wo schon von vornherein geraten wurde, diesen mit dem Bus zu überbrücken, haben wir nach Alternativen Ausschau gehalten.

Letztendlich haben wir uns entschieden, ein Auto zu mieten, dass groß genug für unser Tandem ist, und damit die Berge zu überwinden. Fündig wurden wir bei Europcar in Wollongong, wo wir vor ein paar Tagen gewesen waren.

Die ganze Strecke wollten wir nicht auf dem Tandem zurück fahren. Also sind wir die schöne Strecke vom Vortag bis Nowra zurück gefahren — u.a. wieder mit der Fähre. Diesmal waren wir die einzigen Fahrgäste und daher musste jetzt Niels ans Steuer 🤪 —

Von Nowra aus konnten wir mit der Bahn nach Wollongong fahren. Gott sei Dank gibt es hier in Australien für alles Zugänge/Plätze für Behinderte/Rollstuhlfahrer. So auch in jedem Bahnwaggon der Vorortszüge. Auf diese Plätze passte unser Tandem gut rauf.

Was uns auch schon in anderen Sydney-Zügen aufgefallen ist, man kann die Sitzrichtung der Bänke ändern, indem man die Lehne verschiebt. Das finden wir eine gute Idee und sehr praktisch:

Verschiebbare Rückenlehne

In Wollongong haben wir im gleichen Hotel übernachtet, wie auf der Hinfahrt, um am nächsten Morgen unser Auto, einen Kia Carnival = 8 Sitzer, abzuholen.

Damit sind wir dann die nächsten 2 Tage dem gleichen Highway gefolgt, den wir auch mit dem Fahrrad zum Teil hätten befahren sollen.

Wir sind froh, dass wir diese Strecke mit dem Auto fahren konnten. Abgesehen davon, dass es auf dem Highway mit dem Fahrrad oft gefährlich gewesen wäre, hätten wir auch die Höhenmeter nicht geschafft.

Weil wir jetzt nicht darauf achten mussten, wieviel Höhenmeter eie Strecke hat, sind wir mit dem Auto zwischenzeitlich vom Highway abgewichen und einen sogenannten Touristdrive durch die Berge gefahren.

Das war sehr abenteuerlich, aber leider mit dem großen Auto auch ziemlich stressig. Denn die Straße war eng und kurvig mit bröckelndem Asphalt am Straßenrand und ich hatte oft Angst, gleich im Straßengraben zu landen. Noch dazu hatte man meist auch keine Aussicht, da ringsum nur hohe Bäume wuchsen. Also eher enttäuschend.

Nur einmal, schon wieder auf halbem Weg nach unten, gab es eine Möglichkeit, anzuhalten und die Aussicht zu genießen.

wilde Lilien oder dergleichen

Zu einem späteren Zeitpunkt wollten wir von einem Parkplatz aus eine kurze Strecke zu Fuß zu einem „Lookout“, den wir auf Google Maps gefunden hatten.

Der Lookout entpuppte sich dann als Funkmast und das letzte Stück dorthin war so steil, dass wir vorzeitig umgekehrt sind. Der Weg bis dahin war aber auch schon ganz schön. Er bot auch so schon einige schöne Aussichten und wir konnten uns die Füße vertreten.

Wir haben mit dem Auto eine Strecke von gut 650 km überbrückt und haben es in Bairnsdale wieder abgegeben. Von hier aus wollen wir wieder mit dem Fahrrad weiter fahren.

Erkenntnisse

– wir gehören zur Sorte Mensch „better safe than sorry“. Das Abenteuer sollte sich in Grenzen halten.

– auch Auto fahren ist anstrengend.

– die Deutsche Bahn sollte sich einiges von der Bahn hier abgucken.

Mid South Coast

Von Wollongong aus war unser nächstes Ziel Kiama. Zu unserer Freude verlief die Strecke fast die ganze Zeit auf einem separaten Radweg.

Allerdings war die Landschaft/Umgebung sehr unterschiedlich. Anfangs ging es viel neben großen, mehrspurigen Straßen lang, eine Zeitlang sind wir an Fabriken vorbei gekommen,

bevor wir dann wieder an der Küste gelandet sind. An einem der vielen Strände haben wir länger Pause gemacht. Während Niels im Schatten ausgeruht hat, bin ich in die Brandung gehüpft, um mich abzukühlen. Heute war mal wieder einer von den seltenen Tagen, wo die Temperatur über 30 Grad geklettert ist. Da macht es doppelt Spaß, sich in die Wellen zu schmeißen.

Kurz vor unserem Ziel wurde es dann wieder bergiger. Allerdings alles noch machbar für uns.

In Kiama habe ich mir dann gegen Abend als es langsam etwas kühler wurde, die örtliche Attraktion, das sogenannte Blow Hole angesehen. Wirklich cool.

Blow Hole

Unser nächstes Ziel Nowra ist eine relativ große Stadt ein bisschen landeinwärts an einem Fluss.

Zu Beginn der Tour hatten wir einen „Berg“ zu bezwingen, das letzte Stück davon am Motorway entlang. Am höchsten Punkt gab es zur Belohnung einen Parkplatz mit toller Aussicht.

Danach gab es nur noch ab und an kleinere Anstiege. Die Strecke an sich war besser als erwartet. Meist hatten wir einen separaten Radweg oder zumindest einen guten Seitenstreifen. So kamen wir gut voran und waren relativ früh in Nowra.

Die Stadt selber hat aber nichts zu bieten, so dass wir den Nachmittag genutzt haben, mal wieder Korrespondenz zu erledigen und z.B. an diesem Blog weiter zu schreiben.

Die nächste Tour war noch weniger anspruchsvoll, was Höhenmeter anging. Auch sonst ließ sie sich gut fahren. Entweder gab es kaum Verkehr, oder einen guten Seitenstreifen bzw. einen extra Radweg. Aber Höhepunkt der Tour war definitiv eine kurze Fährfahrt von Myola nach Huskisson mit der Husky Ferry.

Aber das lag nicht an der Aussicht oder dergleichen, sondern an dem Skipper. Das fing schon damit an, dass er meinte, er dürfe keine Fahrräder mitnehmen. Das hätte für uns einen Riesen Umweg bedeutet, und ich war zunächst geschockt. Umso größer war die Erleichterung, als er meinte, das es nur ein Scherz war.

Als die Fähre losfuhr, hat er erst einmal Musik angemacht. Vielleicht kommt sie Euch bekannt vor:

Richtig, Helene Fischer, anschließend gab es noch Nena. Anscheinend hat er an unserem Akzent gehört, wo wir herkommen.

Als ich aufstand, um ein Foto zu machen, hat mich der Skipper rangewinkt und ich durfte/musste 😬 das Steuer übernehmen.

Gott sei Dank ging es vorwiegend gerade aus, so dass ich nicht viel falsch machen konnte. Das Anlegen hat dann der Skipper wieder übernommen.

Im Vordergrund der Skipper. Leider hat Niels ihn nur halb erwischt.

Erkenntnisse

– Wir können nicht verbergen, wo wir herkommen.

Abschied von Sydney

Von Sydney ging es über Bondi Beach nach Cronulla bzw. Miranda, wo wir unsere Unterkunft gefunden hatten. Genau genommen gehören alle 3 Orte noch zu Sydney. Zu unserem Startpunkt am Circular Quay sind wir mit der Fähre gefahren.

Wir hatten gehofft, dass der nächste Teil der Strecke bis Bondi Beach schön an der Küste lang führen würde und wir noch ein paar schöne Ecken von Sydney zu Gesicht bekämen. Aber leider ging es vor allem durch die Innenstadt mit viel lautem Verkehr, so dass wir nur langsam voran kamen.

An einer Stelle mussten wir uns unseren eigenen Weg suchen, weil der Track uns über eine Brücke geschickt hat, an dessen Ende man nur über eine lange, steile Treppe oder einen Fahrstuhl nach unten kam. Der Fahrstuhl war schon für ein normales Fahrrad zu klein. Unser Tandem hätten wir da auf keinen Fall hineinbekommen.

Insgesamt wäre es im Nachhinein vermutlich besser gewesen, diesen Teil der Strecke zu überspringen und nach Bondi Beach mit der Bahn zu fahren.

Bondi Beach selber war jetzt kein schönerer Strand, als viele andere, die wir bereits gesehen haben. Aber er liegt halt in Sydney und ist deshalb ziemlich überlaufen. Da es schon ziemlich spät war und wir die eigentliche Strecke noch vor uns hatten, haben wir uns dort nicht lange aufgehalten.

Von Bondi Beach aus ging es vornehmlich an der Küste entlang. Leider mussten wir hier viel schieben, weil es entweder zu steil war oder zu viele Fußgänger auf dem Rad-/Fußweg unterwegs waren. Auch waren immer wieder mal kleinere Treppen auf dem Weg eingestreut. Ich weiß nicht, welcher Radfahrer diesen Track erstellt hat.

So sind wir wieder nur langsam voran gekommen und waren irgendwann ziemlich geschafft und hatten keine Lust mehr auf das auf und ab an der Küste. Irgendwann gleicht es sich auch alles.

Also haben wir komoot zu Hilfe gezogen, um eventuell einen kürzeren Weg zu finden, der nicht jede Küstenklippe mitnimmt.

Und tatsächlich hat komoot einen Weg gefunden, der erstens 10 km abgekürzt hat, zweitens nicht so viele Höhenmeter beinhaltet und drittens dann wieder auf unseren ursprünglichen Track zurück führte.

Diesem Weg sind wir dann mehr oder weniger gefolgt und das war eine gute Entscheidung. Eine ganze Zeitlang konnten wir auf einem schönen separaten Radweg durch einen Park fahren. So haben wir endlich ein Stück Strecke geschafft, was noch dazu auch schöne Ausblicke gewährt hat und frei von Verkehr war.

Park mit Sydneys Skyline im Hintergrund

Der weitere Teil der Strecke, auch der ursprüngliche Track, war dann wieder nach unserem Geschmack. Es ging meist auf separaten Radwegen und die Anstiege wurden weniger und machbar.

Wir sind um den Flughafen herum gefahren und dann wieder an der Küste gelandet mit Blick auf den Containerhafen.

Verhältnismäßig spät sind wir endlich in unserer Unterkunft angekommen. Aber nach einer heißen Dusche und etwas Pause sind wir noch in das nahe gelegene Einkaufszentrum gegangen, hauptsächlich weil wir Hunger hatten.

Aber da erstaunlicherweise die meisten Geschäfte noch geöffnet hatten (normalerweise schließen die Geschäfte hier schon um 17 Uhr), sind wir auch noch ein bisschen Schaufenster bummeln gegangen.

Den Rest des Abends haben wir damit verbracht, eine Unterkunft für den nächsten Tag zu suchen. Das war gar nicht so einfach.

In dem Ort, wo unser nächster Track enden sollte, gab es keine Unterkunft. Erst am Ende des übernächsten Tracks haben wir Übernachtungsmöglichkeiten gefunden. Das wäre zum Fahren aber zu weit gewesen, da der erste Track allein schon mehr als genug Höhenmeter hatte.

Letztendlich haben wir uns dann entschieden einen großen Teil der beiden Strecken (über die Berge) mit der Bahn zu fahren und dann doch bis zum Ende des übernächsten Tracks – Wollongong – zu fahren.

Das hat sich als sinnvolle Entscheidung herausgestellt. In den Zügen, die noch zum Einzugsbereich von Sydney gehören (ähnlich S-Bahn) kann man das Fahrrad kostenlos mitnehmen. In jedem Wagen gibt es einen Bereich für Rollstuhlfahrer/Kinderwagen etc., wo wir auch mit dem Tandem gut reingepasst haben.

Am Bahnhof haben wir einen weiteren Radfahrer getroffen, der uns noch Tipps gegeben hat, in welche Wagen man am Besten einsteigt. Außerdem hat er an unserem Endbahnhof auf uns gewartet, um uns den besten Weg zu dem Radweg, den wir fahren wollten, zu zeigen.

Bis Wollongong hatten wir dann nur noch 20 km zu fahren und das auf einem extra Radweg ohne Höhenmeter. Da haben wir uns viel Zeit gelassen und ich bin zwischendurch an einem Strand noch schwimmen gewesen.

Im Hintergrund die letzten Ausläufer der Bergkette, die wir mit der Bahn überquert haben.

In Wollongong haben wir wieder 2 Nächte gebucht, da es aufgrund des Wochenendes sonst im nächsten Ort wieder keine Unterkunft gab.

Wollongong ist eine Küstenstadt ähnlich wie Newcastle. Vor allem sind mir hier die vielen Kunstwerke auf Hauswänden aufgefallen.

Erkenntnisse

– Irgendwie findet sich immer ein Weg.

Sydney

Von Manly aus ging es mit der Personenfähre direkt nach Sydney. Da wir den Nachmittag davor damit verbracht hatten, eine passende Wohnung mit Küche in Sydney zu finden, in der wir auch unser Tandem sicher unterstellen können, hatten wir keine Lust mehr Manly richtig anzugucken. Das haben wir nachgeholt, bevor wir mit der Fähre nach Sydney gefahren sind.

Manly verdankt seine Beliebtheit wohl dem riesigen Strand und seiner Nähe zu Sydney. Dementsprechend haben sich dort auch viele Geschäfte zum Bummeln für die Touristen angesiedelt. Hier kann man es sich auf jeden Fall gut gehen lassen.

Mit der Fähre ist man dann in 20 Minuten mitten im Herzen von Sydney. Bei schönstem Sonnenschein sind wir in den Circular Quay eingefahren mit Blick auf die Skyline von Sydney, inklusive Oper und Harbour Bridge.

Bis zu unserer Unterkunft im Ortsteil Drummoyne (außerhalb vom Stadtkern) mussten wir noch 13 km fahren. Der erste Teil der Strecke ging immer am Hafen entlang, da haben wir auch viel geschoben, um mehr zu sehen und weil es so voll mit Fußgängern war.

Nachdem wir den Hafen/Küstenbereich schließlich verlassen hatten, mussten wir u.a. zwei große Brücken überqueren, Gott sei Dank gab es dort separate Rad/Fußwege, so dass wir auf diesen 4 -spurigen Strassen (je Richtung) nicht auch noch auf die Autos achten mussten. Wir hatten wieder genug mit den Höhenmetern zu kämpfen.

Unsere Unterkunft hatten wir für 7 Tage gebucht, so dass uns genug Zeit bleibt, Sydney zu besichtigen.

12.01.24:

Das Fahrrad blieb heute stehen. Wir sind mit dem Bus gefahren und haben die Innenstadt besichtigt.

Was mir schon in vielen Orten in Australien aufgefallen ist: hier gibt es immer ein wildes Durcheinander von hohen und niedrigen, schmalen und breiten, alten und neuen Gebäuden. Eine sogenannte Altstadt, wie man das bei uns häufig findet, gibt es hier eigentlich nirgendwo. Die historischen Gebäude sind immer nur hier und da mal eingestreut.

Hafenbereich
Ficus Virens im Royal Botanic Garden
Diese Bäume findet man hier vielerorts. Trotzdem immer wieder beeindruckend.

13.01.24

Heute stand die Art Gallery of New South Wales auf dem Programm. Hier findet man australische, asiatische und europäische Kunst, viele Gemälde, aber auch andere Kunstwerke.

14.01.24

Wir haben uns mit Peter getroffen. Peter und seine Frau Marian hatten wir in New Haven kennen gelernt. Marian ist zur Zeit auf Familienbesuch in Irland. Peter hat uns mit dem Auto abgeholt und da wir die Innenstadt schon gesehen hatte, wollte er uns den Norden zeigen. Letztendlich ist er mit uns an Avalon vorbei nach Palm Beach gefahren.

Wir haben ihm nicht erzählt, dass wir auf der Strecke von Gosford nach Manly, sowohl in Avalon, als auch in Palm Beach vorbei gekommen sind. Natürlich haben wir für die Strecke, die wir jetzt mit dem Auto in gut einer Stunde gefahren sind, mit dem Rad einen ganzen Tag gebraucht.

Auf dem Rückweg haben wir in Mosman Fish& Chips gegessen, bevor wir über die Harbour Bridge zurück gefahren sind. Mosman war immerhin neu für uns und insgesamt war es ein interessanter Tag, da wir uns gut mit Peter unterhalten haben.

Rocky Point Island bei Mosman
Mit Peter am Strand von Mosman

15.01.24

Der Tag hat mit heftigem Regen begonnen und wir waren froh, dass wir mal wieder nicht gezwungen waren weiter zu fahren. Wir haben den Vormittag gemütlich in unserem Appartement verbracht und sind erst nach dem Mittagessen, als der Regen aufgehört hatte, aufgebrochen, um einen weiteren Teil Sydneys zu erkunden.

Wir haben uns den Stadtteil Newtown angesehen. Anders als der Name vermuten lässt, befinden sich hier eher alte, zum Teil ziemlich heruntergekommene Gebäude. Hat mich sehr an Altona erinnert. Zum Teil war hier ein Second-Hand-Laden neben dem anderen. Hier konnte man so ziemlich alles gebraucht bekommen. Dazwischen gab es Designer Läden, vegane Restaurants und Kunstwerke auf den Häuserwänden.

Zum Abschluss des Tages waren wir dort noch im Kino und haben uns den Film Dream Scenarios angesehen. In dem Film geht es um einen Professor, der auf einmal in den Träumen seiner Mitmenschen auftaucht, ohne dass er das beeinflussen kann; teilweise witzig, aber auch nachdenklich machend. Auf jeden Fall mal was anderes. Den Film können wir empfehlen.

16.01.2024

Heute sind wir gegen Mittag mit dem Fahrrad am Parramatta River entlang nach Parramatta gefahren. Wir mussten zunächst auf und ab, über große und kleine Straßen, bis wir an den eigentlichen Radweg kamen, der dann aber wirklich schön direkt am Fluss entlang ohne Autos verlief.

Von Parramatta aus wollten wir mit der Fähre zurück fahren. Die hatte allerdings Verspätung und nach längerem Warten hatten wir schließlich das Gefühl, dass sie gar nicht kommen würde, zumal der Zugang zur Fähre abgesperrt war, da es anscheinend dort vor Kurzem noch überflutet war.

Also haben wir entschieden, die Strecke zumindest ein Stück wieder zurück zu fahren bis zur nächsten oder übernächsten Fährstation. Aber letztendlich sind wir die ganze Strecke wieder zurück gefahren, weil es immer gerade nicht passte mit den Fähren.

17.01.2024 Blue Mountains

Die letzten Tage waren eher regnerisch gewesen, deshalb haben wir mit unserem Ausflug in die Blue Mountains bis zum letzten Tag gewartet. Für heute war der Regen erst ab nachmittags angesagt.

Also sind wir schon um 6 Uhr aufgestanden, damit wir möglichst früh in den Bergen ankommen. Die Fahrt mit Bus und Bahn nach Katoomba hat fast 2 1/2 Stunden gedauert. Aber das hat sich wirklich gelohnt.

Wir sind dort von der Scenic World aus über den Katoomba Falls Track und den Prince Henry Cliff Walk bis zum Echo Point Lookout gewandert. Um jede Ecke gab es andere beeindruckende Aussichten und wir haben viele schöne Fotos gemacht. Es viel mir schwer hier eine Auswahl zu treffen.

Katoomba Falls
Ein Schwarm Kakadus zog gerade seine Kreise
Witches Leap Wasserfall
Katoomba Cascades
Blick auf den Solitary Mountain
Farnwald
Die drei Schwestern (three sisters)
Eine der drei Schwestern aus der Nähe

Kaum waren wir an unserem Ziel angekommen, fing es an zu regnen.

Aufgrund des Regens haben wir dann nur noch in Katoomba gegessen, bevor wir nach Sydney zurück gefahren sind. Ansonsten hätte es noch einiges gegeben, was ich mir gerne angeschaut hätte.

Andererseits wäre es dann ganz schön spät geworden. Insofern ist es vielleicht ganz gut, dass der Regen uns gezwungen hat, zurück zu fahren. So konnten wir vor der Weiterfahrt am nächsten Tag noch ein wenig ausruhen.

Erkenntnisse

– in Sydney ist man mit Bus und Bahn besser bedient, als mit dem Fahrrad

– fremd gehen kann auch mal zum Höhepunkt führen

Wir nähern uns Sydney

Von Newcastle aus war unser nächstes Ziel Lake Munmorah etwas abseits von unserem eigentlichen Track, aber in genau der richtigen Entfernung und mit einem bezahlbaren Motel.

Der erste Teil des Wegs war super. Es ging über den Fernleigh Railtrail. Das ist ein Bahntrassenweg inklusive Tunnel. Hier wurde früher die Kohle, die hier abgebaut wurde, abtransportiert. Der Weg ging erst sanft bergauf, dann sanft bergab, so dass wir es einfach rollen lassen konnten.

Der Weg war wirklich sehr schön und dementsprechend waren viele Tagesausflügler hier. Sowohl Radfahrer, Spaziergänger und Jogger waren hier unterwegs. Und wir sind sogar 2 Tandems begegnet, einem normalen und einem Trike-Tandem. Leider war es in beiden Fällen nicht der richtige Moment, um anzuhalten und sich zu unterhalten.

Am Ende des Railtrails ging es ganz schön bergauf und bergab, aber Gott sei Dank mit eigenem Radweg, zumindest für die bergauf Passagen. Die waren allerdings teilweise so steil, dass wir schieben mussten.

Immer wieder trifft man hier auf kunstvoll bemalte Hauswände, diese hier in Swansea

Der Ort Lake Munmorah war ein guter Ort zum Übernachten, aber sonst nicht der Rede wert.

Am nächsten Tag war Gosford unser Ziel. Bis Terrigal Beach war es wieder eine schöne Strecke, zwar auch mal bergauf und bergab, aber immer mit gutem Seitenstreifen oder sogar separatem Radweg. In Terrigal Beach haben wir Pause gemacht und u.a. die tollen Klippen bewundert.

Danach ging es an der Hauptverkehrsstrasse entlang, viel bergauf und bergab und wir mussten zum Teil schieben. Leider war dort auch viel und lauter Verkehr und teilweise schlechter Seitenstreifen. Das hat nicht so viel Spaß gemacht. Noch dazu gab es leichten Regen, so dass wir aufgrund der nassen Straßen auch vorsichtiger fahren mussten. Das war anstrengend.

Aber wir sind schließlich wohlauf in Gosford angekommen.

In Gosford hatten wir extra 2 Nächte gebucht, weil wir das Walkabout Wildlife Sanctuary besuchen wollten. Das hatte uns unsere Nichte Paula empfohlen, die hier auf ihrer Australien-Reise gearbeitet hatte Zum Sanctuary sind wir mit Uber (eine Mischung aus Mitnahmezentrale und Taxi über das Internet) gefahren. Denn für das Fahrrad war es uns zu bergig und sonst gab es keine andere Möglichkeit dort hinzukommen. Das war für uns das erste Mal, dass wir mit Uber gefahren sind. Aber es hat super geklappt. Kaum hatten wir eine Fahrt gebucht, war der Fahrer auch schon da. Auf der Rückfahrt hatten wir einen Fahrer, der seinen Bruder in Sydney besucht hatte, und nun zurück nach Newcastle unterwegs war. Unsere Strecke lag auf seinem Weg. Indem er Leute auf Teilen seiner Strecke mitnimmt, finanziert er sich die Fahrtkosten.

Das Wildlife Sanctuary ist ein Tierpark mit hauptsächlich heimischen Tieren. Zumindest einige der Tiere können dort frei herum laufen, wobei das komplette Gelände (riesig ) eingezäunt zu sein scheint. Man kann dann zwischen den Tieren hindurch spazieren.

Zusätzlich zu den Tieren gibt es dort Spazierwege durch die hiesige Fauna mit vereinzelten Infotafeln.

Kängurus
Wallaby
Kängurus, Wallabys und Emus
Rinde eines Gray Gums (Eukalyptussorte)
White Mountain Lookout
Felsen mit alten Aborigine Zeichnungen

Von Gosford ging es am nächsten Tag weiter nach Manly. Das ist bereits ein Stadtteil von Sydney.

Zunächst ging unser Track ca 20 km auf einem separaten, flachen Küstenradweg bis Ettalong Beach. Die Strecke war schnell zurück gelegt. Von Ettalong Beach ging es dann mit einer Personenfähre bis Palm Beach. Das war eine interessante Fahrt, weil zum Teil nur eine schmale Fahrtrille tief genug für die Fähre war.

Ab Palm Beach wurde es anstrengend. Es ging auf und ab über so ziemlich jede Klippe, die hier an der Küste zu finden ist. Landschaftlich sehr schön, aber auch sehr Kräftezehrend und es gab immer wieder Passagen, an denen wir schieben mussten.

An einer uneinsichtigen Kreuzung, wo es für uns zunächst steil bergab und auf der anderen Seite wieder bergauf ging, wären wir beinahe mit einem Auto zusammen gestoßen, welches von der Seite kam. Gott sei Dank haben sowohl der Autofahrer als auch Niels gut reagiert und so ist nichts passiert. Da hat unser Schutzengel wieder beste Arbeit geleistet. Aber wir haben natürlich einen riesen Schreck bekommen und werden in Zukunft vorsichtiger sein.

Der übrige Weg nach Manly war ein bisschen von diesem Erlebnis überschattet, so dass wir ihn nicht so richtig wahrgenommen haben.

In Manly merkt man den Einfluss der Großstadt. Der Strand hier ist riesig und es tummeln sich die Massen. Hier haben wir in einem historischen Hotel direkt im Zentrum gegenüber vom Strand übernachtet. Das war cool.

In Manly wieder eine tolle Hauswand

Erkenntnisse

– die Sonne wandert hier verkehrt herum.

– schwungvoll ist nicht immer gut.

Neues Jahr, neues Glück

Von Forster aus wäre der nächste Track eigentlich nach Seal Rocks gegangen/gefahren. Das ist aber ein ziemlich kleiner Küstenort umgeben von Naturparks. Und da wir mitten in der Sommer-Hochsaison sind, konnten wir dort keine Unterkunft mehr bekommen, noch nicht mal mehr einen Platz für unser Zelt.

Also haben wir uns entschieden, von den Tracks abzuweichen und nach Bulahdelah zu fahren, wo wir zum Glück noch ein Zimmer bekommen konnten.

Die Strecke nach Bulahdelah ging zumindest zur Hälfte entlang des ursprünglichen Tracks, ist dann aber nach Norden abgewichen.

Und gerade dieser zweite Teil hatte es in sich, galt es doch zwei „Berge“ zu erklimmen. Von 30 m ging es auf 190 m hoch, dann wieder runter auf 30 und nochmal wieder rauf auf 130 m.

Insgesamt hatten wir auf 64 km Länge 670 Höhenmeter, was für uns Flachlandindianer schon beachtlich ist. (Wahrscheinlich lachen die süddeutschen Tandem-Kollegen darüber). Gott sei Dank war es während des Anstiegs bewölkt, so dass es nicht so heiß war.

Das größte Problem dabei war nicht der Anstieg an sich, sondern eigentlich mal wieder die Autos. Denn natürlich gab es großenteils wieder keinen richtigen Seitenstreifen und die Straße war doch recht befahren. Wenigstens war aufgrund der kurvigen, unübersichtlichen Straße die Geschwindigkeit für die Autos begrenzt, so dass die Autos entsprechend vorsichtig gefahren sind. Trotzdem konnten wir die landschaftlich schöne Strecke nicht wirklich genießen, weil wir neben der Strampelei zu sehr den Verkehr beobachten mussten. Aber wir haben es geschafft am frühen Nachmittag heile in Bulahdelah anzukommen.

Von Bulahdelah hatten wir eigentlich nicht viel erwartet. Seine 3 Motels verdankt der Ort wohl seiner günstigen Lage am Motorway — dachten wir. Tatsächlich scheint aber die Strecke, die wir gefahren sind, und auch einige umliegende Strecken, bei Motorradfahrern sehr beliebt zu sein.

Außerdem erheben sich bei dem Ort zwei Felsen in die Höhe, die Lust darauf machten, da hoch zu wandern. Und tatsächlich gab es einen Weg da hoch und es gab sogar einen GeoCache oben.

Also habe ich mich nach einer Mittagspause noch mal zu Fuß auf den Weg gemacht, während Niels sich lieber noch von der Radtour ausgeruht hat.

Das war noch eine sehr schöne Wanderung, auch wenn ich nicht bis zum Geocache gekommen bin. Dafür wurde der Weg dann doch irgendwann zu steil, schmal und geröllig. Das war mir zu gefährlich, da alleine hochzuklettern, noch dazu ohne richtige Wanderschuhe.

Einige Eindrücke von der Wanderung:

Blick vom Ort auf einen der Felsen
Anfangs war der Weg noch breit und bequem
Versteinerter Bergriese?
Eine Echse 🦎 ist mir über den Weg gelaufen und hat sich dann hier am Baum versteckt. Ist leider kaum zu erkennen.

Von Bulahdelah wollten wir zurück auf unseren ursprünglichen Track nach Tea Gardens. Allerdings bedeutete dies, ein Stück mit der Fähre zu fahren. Aufgrund einer entsprechenden Warnung auf der Internetseite mit den Tracks war mir nicht 100 Prozent klar, ob sie im Moment überhaupt fährt.

Wenn sie nicht fahren würde, hätte das bedeutet, das wir fast die ganze Strecke nach Tea Gardens auf dem Motorway zurücklegen müssten 🤮.

Nach längerer Suche im Internet habe ich schliesslich die Info gefunden, dass die Fähre am 02. Januar 24 wegen Wartungsarbeiten geschlossen ist, aber ab 03. Januar wieder pünktlich ab 8 Uhr im Einsatz sein würde. Glück gehabt, wir wollten am 03. Januar die Fähre benutzen.

Der Weg von Bulahdelah über die Fähre nach Tea Gardens war wirklich schön. Keine Höhenmeter, gut geteert, wenig Autos, landschaftlich ansprechend und auch noch schöne Plätze für Pausen.

Auf der Fähre haben wir noch ein Pärchen aus dem Münsterland getroffen, mit denen wir uns noch eine Weile unterhalten haben. Die beiden sind mit einem Wohnmobil nach Norden Richtung Cairns unterwegs.

Später haben wir noch an einem Naturcampingplatz (Dees Corner Campground) Rast gemacht. Dort hatten wir einen tollen Blick über einen der vielen Seen, an denen wir vorbei gefahren sind. Außerdem ist uns dort eine große Echse begegnet, vielleicht ein Waran?

Kamerascheu

Auf der anderen Straßenseite von dem Campingplatz gab es einen Zugang zum Meer mit toller Dünenlandschaft. Definitiv ein Campingplatz mit vielen Möglichkeiten.

Nach der Rast ging es zügig weiter nach Tea Gardens. Der einzige Nachteil der Strecke nach Tea Gardens: Sie war zu kurz. Anscheinend sind wir inzwischen doch besser trainiert. In den ersten Tagen waren wir mit so einer Strecke gut bedient.

Am nächsten Tag ging es nach Newcastle. Zunächst haben wir von Tea Gardens aus mit einer Personenfähre die Port Stevens Bay überquert. Unser Fahrrad wurde dafür auf dem Dach vertäut.

Die Fährfahrt hat eine Stunde gedauert und wir haben uns ganz nett mit unseren Sitznachbarn unterhalten. Sie waren zur Zeit mit ihrem Caravan unterwegs. Sie vermieten ihr eigenes Haus über Airbnb. Immer, wenn jemand das Haus mieten möchte, nutzen sie die Zeit und das Geld, um selbst mit ihrem Caravan in Urlaub zu fahren. Ihre persönlichen Sachen aus dem Haus bringen sie solange im Schuppen unter. Ich finde die Idee sehr gut. Ich weiß aber nicht, ob ich mein Haus an Wildfremde vermieten wollte. Aber anscheinend haben die beiden noch keine wirklich schlechten Erfahrungen damit gemacht.

Auf der anderen Seite der Stephens Bay ging es zunächst über einen sehr schönen Radweg die Küste entlang. Leider verlief aber der größere Teil der Strecke an einer Hauptstraße, zwar mit gutem Seitenstreifen, aber eben viel Verkehr und Abgase, die an uns vorbei rauschten und nicht sonderlich interessant.

Die letzten 20 km vor Newcastle hatten wir dann zusätzlich ordentlich Gegenwind und noch leichten Regen. So konnten wir die letzten 5 km schönen Radweg gar nicht so richtig genießen, weil wir doch schon langsam platt waren.

Newcastle selber ist eine größere Hafenstadt an der Mündung des Hunter Rivers. Hier blieben wir wieder 3 Nächte über das Wochenende. Im Großen und Ganzen ist Newcastle keine besonders schöne Stadt, aber sie hat doch ein paar Highlights.

Hauswand in der Nähe unserer Unterkunft
Auf dem Breakwater
Blick auf Nobbys Lighthouse
Einer der wenigen Brunnen, die wir in Australien entdeckt haben
ehemaliger Bahnhof, als hier noch Kohle abgebaut wurde.

Das beste Highlight haben wir am letzten Tag besucht, das sogenannte Bogey Hole (Kobold Loch, wobei „Bogie“ in der Sprache der Ureinwohner wohl einfach „Baden“ bedeutet). Hierbei handelt es sich um einen Felsenpool. Der Pool wurde aus einem Felsvorsprung am Fuße der Klippen heraus gehauen. Der Kommandant von Newcastle befahl um 1820 den Bau dieses Pools durch Sträflingsarbeiter für seinen eigenen Gebrauch. Um 1860 wurde der Pool der Allgemeinheit zum Baden zur Verfügung gestellt. Natürlich musste auch ich einmal hineinhüpfen.

Auf dem Weg zum Bogey Hole
Von oben gesehen: Eine Welle überschwemmt das Bogey Hole
Diese hoch spritzenden Wellen sind die eigentliche Attraktion
Beweis: ich war auch dort🌊

Erkenntnis:

– Es ist schön, wenn man sich in der eigenen Sprache unterhalten kann.

– Es ist immer wieder interessant zu hören, wie andere ihr Leben gestalten.

Frohes neues Jahr 🥂

Sylvester scheint hier gar nicht so stark gefeiert zu werden, wie bei uns. Fast alle Geschäfte hatten normal geöffnet. Und auch große Parties scheinen hier nicht die Norm zu sein (oder wir haben nur nichts davon mitbekommen).

Feuerwerk durch Privatpersonen ist in Australien seit fast 20 Jahren nicht erlaubt und die Leute halten sich daran.

Allerdings gab es hier ein öffentliches Feuerwerk von der Stadt ausgerichtet. Das war allerdings schon um 9 Uhr abends. Danach sind alle wieder zurück zu Ihren Unterkünften geströmt. Also sind auch wir zurück und haben den Abend ganz ruhig ausklingen lassen. Wir sind gerade so eben bis 24 Uhr wach geblieben🤭.

Wir wünschen allen einen guten Rutsch und ein fröhliches neues Jahr 🥳

Erkenntnisse

– Sylvester ohne Feuerwerk um Mitternacht ist kein richtiges Sylvester.

Zwischen den Tagen

Die Weihnachtspause in Port Macquarie war uns fast ein bisschen lang. Wir haben in der Zeit viel gelesen, sind Spazieren gegangen oder haben Ausflüge mit dem Fahrrad in die Umgebung gemacht.

Cotton Harlequin Bug

27.12.23

Jetzt sind die Weihnachtsfeiertage vorüber und wir haben uns endlich wieder auf den Weg gemacht. Die erste Tour war nur eine kurze Strecke (33 km) nach Laurieton bzw North Haven. Gerade am Anfang ging es mal wieder viel auf und ab, aber da wir gut ausgeruht waren, war das kein Problem.

Die Strecke war landschaftlich sehr schön. Gleich zu Anfang sind wir z.B. beim Tacking Point Lighthouse vorbei gekommen, einem Leuchtturm, der bereits 1879 errichtet wurde.

Viel zu früh waren wir in North Haven, und da wieder schönstes Sommerwetter war, haben wir uns zum Strand begeben und uns im Meer abgekühlt, bevor wir unsere Unterkunft aufgesucht haben.

Gegen Abend waren wir noch zum Einkaufen im Nachbarort Laurieton. Als wir wiederkamen, saßen unsere Motelnachbarn draußen vor ihrem Zimmer und wir sind ins Gespräch gekommen. Daraus hat sich ein netter Abend mit den beiden, Peter und Marian aus Sydney, entwickelt.

Abendstimmung in North Haven

28.12.23

Heute hatten wir eine lange Strecke vor uns. Da wir in Harrington keine Unterkunft bekommen konnten, hatten wir uns entschieden, 2 Tracks hintereinander bis Taree zu fahren. Das waren über 70 km.

Deshalb sind wir schon um 5 Uhr aufgestanden, umso einen Großteil der Strecke zu schaffen, bevor es richtig heiß wird.

Die Strecke bis nach Harrington verlief zum Großteil auf einem Kiesweg durch den Crowdy Bay National Park, das heißt kaum Autos und landschaftlich ansprechend, aber teilweise anstrengend zu fahren, da wieder Furchen von Traktorreifen quer zur Fahrbahn verliefen, durch die wir ordentlich durchgerüttelt wurden. Trotzdem sind wir gut voran gekommen und waren nach 2 1/2 Stunden in Harrington, wo wir unsere erste Pause eingelegt haben.

Die weitere Strecke nach Taree war besser als erwartet. Von der Beschreibung her hörte es sich nach Landstraße ohne Seitenstreifen und durchaus einiges an Verkehr an. Und das erste Stück der Strecke war auch so. Wir mussten sogar wieder ein Stück über den Motorway. Danach allerdings war die Strecke sehr ruhig und wurde wieder zu einem gut befahrbaren Kiesweg.

Das einzige Problem waren wieder die fehlenden Pausenplätze, so dass wir die Strecke mehr oder weniger durchgefahren sind. Pünktlich zur Mittagszeit kamen wir in Taree an.

Das frühe Aufstehen hat sich bezahlt gemacht. Wir haben die lange Strecke geschafft, bevor es so richtig heiß wurde. Dafür haben wir während des heißen Nachmittags Siesta gehalten, insbesondere da der Ort auch nicht so viel zu bieten hatte.

29.12.23

Heute ging es von Taree nach Forster. Wieder eine verhältnismäßig kurze Strecke. Die Strecke hatte von allem etwas, ein Stück Motorway, ein Stück einsame Straße, die sich einen Berg hoch schlängelt und auch wieder runter, ein Stück vielbefahrene Landstraße teilweise mit gutem Seitenstreifen, teilweise aber auch ohne Seitenstreifen. Von daher gehörte sie nicht zu den schönsten Strecken.

Forster ist wieder ein größerer Ort. Hier ist ordentlich der Bär los. Der Strand war voll, die ganzen Restaurants sind gut besucht, kurzum überall tummeln sich Leute. Die Zeit über Sylvester ist hier an der Ostküste Hochsaison. Wir bleiben hier in Forster auch über Sylvester und den Neujahrsfeiertag.

30.12.23

Heute stand Ausschlafen, ausgiebig Frühstücken und dann Stadtbesichtigung zu Fuß auf dem Programm:

Hier tummeln sich Boote und Strandgänger
Pelikane haben wir in letzter Zeit häufiger gesehen
Ausgleich zum Fahrrad fahren

Erstelle eine Website wie diese mit WordPress.com
Jetzt starten