Höhen und Tiefen

Als wir in Burpengary losgefahren sind, waren wir uns noch nicht sicher, wie weit wir an dem Tag fahren wollten. Unser nächster gpx-track sah Caloundra vor, was wieder an der Küste liegt. Allerdings führt fast die ganze Strecke (knapp 60 km) entlang des Highways, wo wir noch nicht sicher waren, ob wir das in einer Tour machen wollten.

Außerdem liegen auf der halben Strecke die Glasshouse Mountains, welche unsere Vermieterin uns empfohlen hat.

Die Fahrt bis zu den Glasshouse Mountains entlang des Highways war tatsächlich nicht so schön, obwohl der Highway nicht so riesig und nur mäßig befahren war. Leider war aber die Randspur, auf der wir gefahren sind, verhältnismäßig schmal und rumpelich.

Deshalb haben wir dann entschieden, schon in den Glasshouse Mountains zu übernachten und dafür das letzte Stück bis zur Unterkunft über Nebenstraßen zu fahren.

Die Strecke, die unsere Fahrrad App uns vorschlug, entpuppte sich als Waldweg mitten durch den Naturpark der Glasshouse Mountains.

Tatsächlich gab es sogar auch den ein oder anderen Wegweiser für Fahrradfahrer. Aber wir vermuten, die waren wohl eher für Mountainbiker gedacht, denn die Wege waren zum Teil so steinig, steil oder schlecht in Schuss, dass wir absteigen und schieben mussten.

So hatten wir gleich noch unsere Wandertour durch die Glasshouse Mountains.

Schieben war angesagt …
… denn es ging steil bergauf mit dicken Furchen
Einer der Glasshouse Mountains

Obwohl uns der Abstecher durch die Glasshouse Mountains gut gefallen hat, so war es doch auch ganz schön anstrengend. Deshalb wollten wir am nächsten Tag das Stück bis Caloundra doch wieder entlang des Highways fahren, insbesondere auch, weil unsere Vermieter dazu rieten.

Das erste Stück entlang des Highways war aber fürchterlich. Es gab so gut wie keinen Seitenstreifen und wir haben anscheinend die Rushhour erwischt.

Wir hatten uns gerade entschieden, es doch über die Nebenstraßen zu versuchen, als sich der Highway zu einer zweispurigen, Autobahn-ähnlichen Straße vergrößerte, mit einem breiten und glatt geteerten Seitenstreifen. Also sind wir doch auf dem Highway geblieben. Das war zwar trotzdem nicht die schönste Strecke, aber immerhin nicht mehr so gefährlich und immer noch besser als über Neben-„Straßen“ zu schieben.

Ab Caloundra wurden wir dann für dieses weniger schöne Stück mit einem wunderschönen Radweg belohnt, der sich entlang der Küste schlängelte und eigentlich nur ohne Autoverkehr verlief.

Auf dem Küstenradweg

Allerdings waren wir nach den gut 65 km Strecke doch ziemlich geschafft, und so waren wir nicht gerade glücklich, als wir in Alexandra Headlands feststellten, dass wir noch einen steilen Anstieg bewältigen mussten, um zu unserer Unterkunft zu kommen.

Die Nacht dort war zumindest für mich nicht so erholsam, da ich aufgrund des lauten Autoverkehrs schlecht geschlafen habe.

Dementsprechend war die Tour nach Coolum Beach bei starker Hitze doch sehr anstrengend, obwohl wir diesmal nur 26 km Küstenradweg zu bewältigen hatten.

Von daher bin ich froh, dass wir in unserer jetzigen Unterkunft, in fußläufiger Distanz zum Meer, 2 Nächte bleiben, insbesondere da ich mich gestern Abend nach einer Ruhepause schon einmal in den Wellen abkühlen konnte.

Das hat Lust auf mehr/Meer gemacht.

On the road

Am Samstag sind wir von Brisbane zu unserer ersten längeren Tour (knapp 50 km) aufgebrochen. Unser Ziel war Brighton im Norden von Brisbane. Da die gesamte Strecke noch im Großraum Brisbane verlief, konnten wir größtenteils herrliche Radwege benutzen.

Wir sind häufig an irgendwelchen Flüssen entlang gefahren und hatten daher kaum Steigungen zu bewältigen. Also genau richtig für den Anfang.

Und auch was Flora und Fauna anging hatte die Strecke wieder einiges zu bieten:

In Brighton sind wir gleich 2 Nächte geblieben, denn in Brighton sind wir endlich auch am Meer angelangt und wir haben von daher einen ersten Strandtag eingelegt. Außerdem hatte die Unterkunft eine Waschmaschine, die wir auch gleich genutzt haben.

Zum Schwimmen war uns das Wasser zu flach, aber wir haben den halben Tag den Kite-Surfern zugesehen.

Heute sind wir dann in Richtung Norden weitergefahren. Dann war es soweit: Für Rita gab es kein Halten mehr. Der erste Strand mit Wellen und Rita musste ins Wasser, um sich abzukühlen.

Als wir dann weiterfahren wollten, eierte plötzlich das Hinterrad und wir hatten unseren ersten Platten. Nicht der schlechteste Ort dafür, da direkt am Meer und Wasser für die Schlauchuntersuchung war auch da. Das Loch wollte sich trotzdem nicht finden lassen.

Also musste ein neuer Schlauch her. Der nächste Fahrradladen konnte zu Fuß erreicht werden. Zu unserer Überraschung landeten wir bei Jens, einem deutschen Auswanderer der nur zufällig vor Ort war, da er eigentlich nur Terminreparaturen vornimmt.

Das Glück und der Fahrradfahrer- Schutzengel waren auf unserer Seite. Jens hatte den passenden Schlauch und baute diesen auch noch fix ein.

Unsere Schuld hätten wir gerne beglichen, aber Jens wollte nicht bezahlt werden und schenkte uns stattdessen noch zwei Ersatzschläuche. So müssen wir anderen Menschen auf der Welt helfen…

Vielen Dank nochmals an den Besitzer von StreetArtCycles Pty Ltd in Redcliffe.

Die weitere Fahrt verlief dann ohne weitere Probleme, meistenteils immer noch über Radwege direkt an der Küste entlang.

Jetzt sind wir in einer Unterkunft in Burpengary und schauen, wo wir morgen hin wollen.

Erkenntnisse:

– 26 Zoll Reifen scheinen in Australien nicht üblich zu sein.

– Pannen können auch mal zu tollen Erlebnissen führen.

– die kleinsten Löcher/Moskitos sind am schlimmsten

Brisbane

Die letzten beiden Tage haben wir dazu genutzt, einerseits unseren Jetlag zu überkommen und andererseits haben wir uns Brisbane angeschaut.

Am Besten hat uns die Southbank und der City Botanic Garden gefallen.

Die Southbank ist eine Flaniermeile an dem Fluss, der die Stadt durchzieht. Dort gibt es u.a. einen City Strand, ein Riesenrad mit Blick auf Brisbanes Skyline einen künstlich angelegten Rainforest Pfad und diverse Museen mit freiem Eintritt, so dass Niels tatsächlich auch mal mit mir in der Art Gallery war.

Im City Botanic Garden haben uns vor allem die vielen alten Bäume beeindruckt.

Überhaupt finden wir die Flora und Fauna hier besonders bemerkenswert. Vielleicht liegt das aber auch einfach daran, dass sie so anders ist als bei uns.

Hier laufen die Tiere in freier Wildbahn herum, die es bei uns nur im Zoo zu sehen gibt. Neben den weißen Ibissen. die hier überall zu finden sind, haben wir hier bereits große Eidechsen und bunte Papageienvögel entdeckt. Leider sind diese zu flink oder zu weit weg gewesen, als dass wir sie fotografieren konnten.

Erkenntnisse

– Wenig Fahrradfahrer, trotzdem gute Fahrradwege.

– Viele Angebote für alle verfügbar.

– Linksverkehr ist kein Problem.

Endlich in Australien

Nach einem holprigen Start – unser Flug wurde wegen der Geiselnahme am Hamburger Flughafen um einen Tag verschoben – sind wir heute morgen gegen 5:30 Uhr Ortszeit ohne weitere Zwischenfälle am Flughafen in Brisbane gelandet. Und die Sonne hat uns bereits entgegen gelächelt.

All unsere Befürchtungen bezüglich des Fahrrads waren unbegründet. Es wurde in Hamburg bereits ohne größere Probleme als Sperrgepäck angenommen, auch wenn wir von der Frau am Check-in Schalter darauf hingewiesen wurden, dass es sich bei der Stretchfolie nicht um Verpackung handelt und sie das Fahrrad eigentlich nicht annehmen dürfte. Wir mussten allerdings unterschreiben, dass die Fluggesellschaft nicht für irgendwelche Transportschäden am Fahrrad haftet. Aber damit hatten wir sowieso gerechnet.

Gott sei Dank sind aber keine Transportschäden aufgetreten. Ich gehe davon aus, dass gerade weil das Fahrrad als solches durch die Stretchfolie zu erkennen war, es pfleglich behandelt wurde.

Und auch durch die Quarantäne-Kontrolle ist das Fahrrad locker durchgekommen. Wir wurden lediglich gefragt, ob wir das Fahrrad, inklusive Reifen gut geputzt hätten. Diese Frage haben wir natürlich bejaht. Daraufhin mussten wir das Fahrrad noch nicht mal auspacken, sondern konnten so damit einreisen. Also alles halb so wild.

Jetzt mussten wir nur noch das Fahrrad wieder zusammenbauen und dann konnte es eigentlich los gehen. Allerdings hat mir nach dem Zusammenbauen erstmal der Magen geknurrt, so dass wir uns entschieden, erst noch was am Flughafen zu essen.

5 Stunden nach der Landung war es dann soweit. Wir haben unsere erste Tour in Australien begonnen.

Startklar am Flughafen in Brisbane

Heute sind wir nur gut 25 km zu unserer Unterkunft in Brisbane gefahren. Aber obwohl es eine sehr schöne Strecke war, die überwiegend über Radwege führte, so konnte zumindest Niels die Strecke nicht so richtig genießen. Er war einfach noch zu groggy durch die Flüge, denn er konnte im Flugzeug nicht wirklich schlafen (wieso auch immer). Und auch die Temperatur hat ihm ganz schön zu schaffen gemacht. Dem entsprechend haben wir den Nachmittag dann auch schlafenderweise in unserem Zimmer verbracht.

Eindrücke von unterwegs:

Erkenntnisse

– Der Klang der Natur ist anders. Die Vögel erzeugen z.B fast menschliche Geräusche.

– Die Ampeln machen Krach und sind nicht zu überhören.

– Bei den Vorbereitungen kreisen die Gedanken immer wieder um mögliche Probleme. Manchmal wünsche ich mir einen Ausschalter für bestimmte Gedanken und für die Ohren.

– Durch einen Luftloch im Flugzeug ist es möglich den vollständigen Schwebezustand zu erreichen.

Der Countdown hat begonnen

Die letzte Woche vor unserem Abflug ist angelaufen. Noch 7 Tage, dann geht es los. Am Sonntag, den 05. November fliegen wir endlich nach Australien.

Die Flugtickets sind schon lange gebucht. Die Visa sind ausgestellt. Letzten Donnerstag war mein letzter Arbeitstag in der Firma. Und jetzt ist auch das Fahrrad verpackt.

26 kg allein wiegt es im verpackten Zustand. Hinzu kommen noch die abmontierten Teile, wie Sattel und Liegesitz, … . Da bleiben für unser restliches Gepäck noch 30 kg.

Mehr soll es aber auch nicht werden, eher weniger. Denn je weniger wir mitschleppen müssen, desto einfacher wird die Strampelei.

Das heißt, wir müssen uns einschränken. Das werden wir jetzt in den nächsten Tagen entscheiden, was wir mitnehmen müssen und was hierbleiben kann/sollte.

Die Aufregung steigt

So langsam rückt die Abreise in greifbare Nähe und die Aufregung steigt. Wird mit dem Flug alles gut gehen und insbesondere wird das Fahrrad heile in Australien ankommen? Das ist nur eine der Fragen, die uns durch den Kopf geht.

Um der Aufregung Herr zu werden, haben wir eine Liste angelegt, was vor der Abreise noch erledigt werden muss:

  • Büsche schneiden und Rasen mähen
  • Bücherei Ausweis verlängern
  • Fahrrad, Schuhe und alle Taschen gründlich reinigen wegen der australischen Quarantänebestimmungen
  • Fahrrad für den Flug verpacken und mit Kontaktdaten (Name, Ort, Hotel) kennzeichnen.
  • alle Dokumente kopieren und online verfügbar machen, z.B. Reisepässe, Visa, Impfpässe
  • Packen und alles wiegen, ggf. Extra Gepäck anmelden
  • Transport zum Flughafen klären
  • Housesitter klären
  • Blumen/Pflanzen in Obhut geben
  • Briefkasten präparieren (keine Werbung/Zeitungen)

Erstelle eine Website wie diese mit WordPress.com
Jetzt starten