Als wir in Sanctuary Point unsere nächste Unterkunft suchen wollten und dabei unsere nächsten Tracks angeschaut haben, haben wir festgestellt, dass die nächsten Touren hauptsächlich am Highway langführen würden. Noch dazu waren die Höhenmeter erheblich (jedenfalls für uns).
Da wir keine Lust auf Highway (= viel Verkehr, aber oft schmale oder gar keine Seitenstreifen) + Höhenmeter hatten, und es auch auf den Abschnitt zuging, wo schon von vornherein geraten wurde, diesen mit dem Bus zu überbrücken, haben wir nach Alternativen Ausschau gehalten.
Letztendlich haben wir uns entschieden, ein Auto zu mieten, dass groß genug für unser Tandem ist, und damit die Berge zu überwinden. Fündig wurden wir bei Europcar in Wollongong, wo wir vor ein paar Tagen gewesen waren.
Die ganze Strecke wollten wir nicht auf dem Tandem zurück fahren. Also sind wir die schöne Strecke vom Vortag bis Nowra zurück gefahren — u.a. wieder mit der Fähre. Diesmal waren wir die einzigen Fahrgäste und daher musste jetzt Niels ans Steuer 🤪 —
Von Nowra aus konnten wir mit der Bahn nach Wollongong fahren. Gott sei Dank gibt es hier in Australien für alles Zugänge/Plätze für Behinderte/Rollstuhlfahrer. So auch in jedem Bahnwaggon der Vorortszüge. Auf diese Plätze passte unser Tandem gut rauf.
Was uns auch schon in anderen Sydney-Zügen aufgefallen ist, man kann die Sitzrichtung der Bänke ändern, indem man die Lehne verschiebt. Das finden wir eine gute Idee und sehr praktisch:
In Wollongong haben wir im gleichen Hotel übernachtet, wie auf der Hinfahrt, um am nächsten Morgen unser Auto, einen Kia Carnival = 8 Sitzer, abzuholen.


Damit sind wir dann die nächsten 2 Tage dem gleichen Highway gefolgt, den wir auch mit dem Fahrrad zum Teil hätten befahren sollen.
Wir sind froh, dass wir diese Strecke mit dem Auto fahren konnten. Abgesehen davon, dass es auf dem Highway mit dem Fahrrad oft gefährlich gewesen wäre, hätten wir auch die Höhenmeter nicht geschafft.
Weil wir jetzt nicht darauf achten mussten, wieviel Höhenmeter eie Strecke hat, sind wir mit dem Auto zwischenzeitlich vom Highway abgewichen und einen sogenannten Touristdrive durch die Berge gefahren.
Das war sehr abenteuerlich, aber leider mit dem großen Auto auch ziemlich stressig. Denn die Straße war eng und kurvig mit bröckelndem Asphalt am Straßenrand und ich hatte oft Angst, gleich im Straßengraben zu landen. Noch dazu hatte man meist auch keine Aussicht, da ringsum nur hohe Bäume wuchsen. Also eher enttäuschend.
Nur einmal, schon wieder auf halbem Weg nach unten, gab es eine Möglichkeit, anzuhalten und die Aussicht zu genießen.


Zu einem späteren Zeitpunkt wollten wir von einem Parkplatz aus eine kurze Strecke zu Fuß zu einem „Lookout“, den wir auf Google Maps gefunden hatten.
Der Lookout entpuppte sich dann als Funkmast und das letzte Stück dorthin war so steil, dass wir vorzeitig umgekehrt sind. Der Weg bis dahin war aber auch schon ganz schön. Er bot auch so schon einige schöne Aussichten und wir konnten uns die Füße vertreten.


Wir haben mit dem Auto eine Strecke von gut 650 km überbrückt und haben es in Bairnsdale wieder abgegeben. Von hier aus wollen wir wieder mit dem Fahrrad weiter fahren.
Erkenntnisse
– wir gehören zur Sorte Mensch „better safe than sorry“. Das Abenteuer sollte sich in Grenzen halten.
– auch Auto fahren ist anstrengend.
– die Deutsche Bahn sollte sich einiges von der Bahn hier abgucken.