In Bairnsdale haben wir noch einen Tag Zeit gehabt den Ort zu erkunden. Hier gibt es ein paar hübsche historische Gebäude. Am besten hat mir das Gerichtsgebäude gefallen.

Auf einer kleinen Fahrradtour entlang des Mitchell Rivers sind wir dann noch auf eine riesige Kolonie von Flying Foxes gestoßen. Das waren hunderte Tiere, die da die Bäume bevölkert haben. Das sind schon sehr faszinierende Tiere und in der Menge sehr beeindruckend. Ein Baum nach dem anderen war mit ihnen behängt.







In Bairnsdale beginnt der East Gippsland Rail Trail. Und auch, wenn der sozusagen in die falsche Richtung (weg von Melbourne) führt, so wollten wir uns den nicht entgehen lassen.
Also haben wir beschlossen, den Trail hin und zurück zu fahren. Am ersten Tag sind wir 60 km bis Nowa Nowa gefahren.
Endlich mal wieder ein richtig schöner Radweg ohne Autos mitten durch die Natur. Und sämtliche Steigungen, zwar auch anstrengend, weil sie sich in die Länge ziehen, waren trotzdem machbar.


Kurz vor Nowa Nowa gab es noch ein Relikt aus vergangenen Zeiten zu besichtigen.


Von dieser Art Brücke gab es noch einige entlang des Trails, aber diese war die größte.
In Nowa Nowa gab es eigentlich nur eine Unterkunft. Leider waren dort alle Cabins schon belegt, also mussten wir, obwohl wir eigentlich nicht mehr campen wollten, in ein Zelt ⛺. Aber wie sich herausstellte war das ein hervorragendes Glamping Zelt mit eigener Badkabine.




Und weil es uns so gut gefallen hat, haben wir gleich um eine Nacht verlängert und sind am nächsten Tag ohne Gepäck ans Ende des Rail Trails nach Orbost und zurück nach Nowa Nowa gefahren.




Dieser zweite Part des Radweges schien nicht mehr so stark befahren zu werden. Während wir am ersten Tag zahlreichen Radfahrern begegnet waren, sind wir auf diesem Teil gerade mal einem einzigen Spaziergänger begegnet. Dafür haben 2 Kängurus und ein Fuchs unseren Weg gekreuzt.
Auch war der Weg von anderer Qualität. Etwa die Hälfte war eher ein Waldweg, auf dem viel Steine, Blätter und Zweige herumlagen. Zweimal mussten wir umgekippte Bäume überqueren. Das hat das Fahren sehr anstrengend gemacht. Andererseits war die Strecke landschaftlich ansprechender, als der erste Teil. Und auch, wenn wir abends nach den 80 km ziemlich geschafft waren, war es trotzdem eine schöne Tour.



Der East Gippsland Rail Trail hat noch einen Abstecher nach Lakes Entrance am Meer, den Gippsland Lakes Discovery Trail. Und da man in Lakes Entrance Seehunde beobachten können soll, war das unser nächstes Ziel.
Wenn wir die Beschreibung des Discovery Trails vorher gelesen hätten, wären wir ihn womöglich nicht gefahren. Dann hätten wir aber wirklich was verpasst. Der Weg führte sozusagen mitten durch den Dschungel.






Das war wunderschön. Meist ging es seicht bergab. Aber es gab ein paar Stellen, an denen es so steil bergab ging, dass wir lieber geschoben haben. Außerdem war der Untergrund großenteils relativ weicher Waldboden, der unsere Fahrt gebremst hat. Und obwohl wir diesmal insgesamt nur 40 km zurück gelegt haben, waren wir doch echt platt. Vielleicht steckten uns auch einfach nur die 80 km vom Vortag in den Knochen.
Daher bleiben wir in Lakes Entrance zwei Nächte, zum Einen, um uns auszuruhen, zum Anderen, um rauszufinden, wie wir hier wieder wegkommen. Denn den Discovery Trail, so schön er auch war, schaffen wir nicht in die andere Richtung.
Erkenntnisse
– vor dem Verlassen der Unterkunft immer überprüfen, ob man die Hose nicht auf links an hat.
– die landschaftlich schönsten Wege sind oft auch die schwierigsten.