Vom Regen in die Traufe

Nach Ballina sind wir auch trotz schlechter Bremsbeläge gut gefahren, da sie kaum nennenswerte Steigungen oder Abfahrten hatte. Die zweite Hälfte der Strecke war auch wieder ein sehr schöner Radweg getrennt von den Autos und schließlich ging es über eine Art Damm nach Ballina rein.

Damm nach Ballina

In Ballina konnten wir erfolgreich passende Bremsbeläge bekommen und haben diese dann auch ohne Probleme selbst ausgetauscht.

Da wir beide, obwohl die letzten beiden Strecken nicht ganz so lang waren, irgendwie geschafft waren und es im nächsten Zielort keine Unterkunft für die nächste Nacht gab, haben wir in Ballina noch einen Tag angehängt. Zunächst sind wir wieder am Strand entlang zu Fuß gelaufen, später haben wir die Stadt noch mit dem Fahrrad erkundet.

Zu guter Letzt sind wir noch mal über den Damm geradelt und haben festgestellt, dass man in der anderen Richtung noch sozusagen bis auf eine Landzunge radeln konnten.

Dort hielten sich bereits einige Familien auf und wir haben festgestellt, dass man von dort aus Delphine sehen konnte. Die sind zum Teil recht nah an die Surfer ran geschwommen, die sich in der Brandung tummelten. Da wäre ich gerne auch Schwimmen gegangen. Dummerweise hatte ich mein Schwimmzeug nicht dabei.

Am nächsten Tag ging es dann mit frischen Bremsen nach Evans Head. Das war eine schöne Strecke, bei der wir auf Rat der Einheimischen vom Track abgewichen sind.

Wir wissen zwar nicht, wie die andere Strecke gewesen wäre. Aber die neue Route ließ sich gut fahren, da wenig Verkehr. Diese Strecke war von der Landschaft her mal anders und hat mich an zu Hause erinnert. Alles flach, rechts war ein Fluß und links Felder, und zwar Zuckerrohr, statt wie bei uns Maisfelder.

Zugbrücke auf dem Weg nach Evans Head
Fledermäuse/Flughunde am Abendhimmel in Evans Head

Da die nächste Strecke nach Yamba wieder fast ausschließlich am Motorway entlang führen sollte, haben wir über diverse Routenplaner nach einer Alternative gesucht. Diese wollten wir abends schon mal ohne Gepäck ein Stück befahren, um zu sehen, ob die Schotterstrecke überhaupt für unser Tandem befahrbar ist.

Leider mussten wir feststellen, dass man die Strecke nicht fahren kann, da sie durch Militärgebiet führt. Wahrscheinlich wäre die Schotterstrecke auf Dauer auch zu anstrengend gewesen.

Als wir dann umgedreht sind, haben wir ein merkwürdiges Klappern vernommen und mussten feststellen, dass im Hinterrad eine Speiche gebrochen ist. So ein Mist, da war unser Tandem gerade erst repariert und nun gleich das nächste Problem. Natürlich hatten wir keine Ersatzspeichen dabei, jedenfalls nicht für das Hinterrad.

Jetzt war guter Rat teuer. Evans Head ist zu klein und hat daher keinen Fahrradladen. Unsere beste Option war wieder Ballina, wo wir auch unsere Bremsbeläge gekauft haben.

Da wir aber die Strecke nicht mit gebrochener Speiche fahren können, haben wir beschlossen in unserer Unterkunft in Evans Head noch eine Nacht anzuhängen und dann am nächsten Tag mit dem Bus und dem Hinterrad im Gepäck nach Ballina zu fahren, in der Hoffnung, dass wenigstens einer der beiden Fahrradläden die notwendige Speiche auf Lager hat und auch Zeit hat, sie einzubauen.

Der erste Fahrradladen hatte genau an dem Tag schon mal geschlossen. Der andere, bei dem wir auch unsere Bremsbeläge bekommen hatten, war aber Gott sei Dank geöffnet. Genau die Speiche, die wir gebraucht hätten, gibt es hier in Australien wohl nicht zu bekommen. Die Länge ist aufgrund der Rohloffnabe zu ungewöhnlich.

Letztendlich wurde eine bzw. 4 Speichen (3 als Ersatz) eingekürzt, so dass sie dann bei uns eingebaut werden konnten.

Wir waren ein bisschen skeptisch, ob das so funktioniert. Aber wir hatten keine Alternative.

Auf jeden Fall haben wir noch mal eine Nacht die Unterkunft verlängert, da die Reparatur erst am Folgetag durchgeführt werden konnte.

Heute haben wir das Hinterrad mit der neuen Speiche im Fahrradladen abgeholt und eine erste kurze Probefahrt ohne Gepäck war vielversprechend.

Morgen wollen wir also nach 3 Tagen Zwangspause wieder weiter fahren. Von daher hoffen wir das Beste.

Erkenntnisse

– man sollte immer sein Schwimmzeug dabei haben

– die Auswahl auf australischen Speisekarten ist sehr begrenzt.

– bei 28°C im Schatten kommt trotz weihnachtlicher Deko keine Weihnachtsstimmung auf

2 Kommentare zu „Vom Regen in die Traufe“

  1. Hallo ihr Zwei , wir kommen gerade von der Arbeit aus dem Vorgarten. Haben mal eben eine Regenpause genutzt. Und jetzt bin ich gespannt, ob mein Kommentar heute weggeht.
    Was euch betrifft: besser das Fahrrad als einem von Euch wäre etwas passiert.Alles Gute euch Zwei .MamaundPapa.

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  2. Hallo Rita, hallo Nils,
    vielen Dank für die schönen Bilder und die tollen Berichte.
    Wir warten immer schon sehr gespannt, wie eure Reise weiter verläuft.
    Was eure Ausstattung mit Ersatzteilen betrifft sind wir allerdings der Meinung, dass ihr hier sehr abenteuerlustig unterwegs seid.
    Wir haben auf unseren kleinen Tagestouren nur das kleine Besteck dabei (Ersatzschläuche vorne u. hinten, Reparaturflickzeug, Luftpumpe, Isolierband, Ersatzspeichen hinten).
    Ab ca. 80 km fahren wir komplett, u.a. Ersatzkette, Pinzette, Zange, Kabelbinder, Kettenöl, Handschuhe, Kettenschlosszange, Kettenmesslehre, Bremsbeläge, Hebel um die Bremskolben zurück zu drücken, Lappen für Kettenreinigung. Insgesamt gut 2 kg. Ist zwar einiges an Gewicht, was wir mit schleppen, gibt uns jedoch auch ein rel. sicheres Gefühl. Das eine oder andere (eine Speiche, Bremsbeläge, Schläuche) haben wir auch schon mehrfach benötigt. Ersatzschlauch hat zudem den Vorteil, dass man schnell einen neuen Schlauch einziehen kann und den defekten später reparieren kann.
    Wir wünschen euch weiterhin eine gute Fahrt ohne Probleme und warten auf eure Berichte.
    Viele Grüße senden euch Ruth & Karl

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