Die nächste Strecke von Grafton nach Corindi Beach sollte wieder knapp 65 km lang sein, diesmal aber mit einigen Höhenmetern mehr und bei gleichbleibenden Temperaturen.
Da uns die beiden letzten Tage noch in den Knochen lagen, haben wir uns das nicht zugetraut, zumal wir auch verhältnismäßig viel Verkehr vermuteten. Deshalb haben wir bei Airbnb geschaut, ob es nicht zufällig doch irgendwo an der Strecke eine geeignete Unterkunft gibt.
Und siehe da, bei Halfway Creek ungefähr nach 40 km sollte es eine Unterkunft geben. Diese haben wir dann auch sofort gebucht.
Nach dem Buchen haben wir erst die genaue Adresse erfahren (das ist bei Airbnb so üblich). Da stellte sich dann heraus, dass diese Adresse nur vom Motorway aus zu erreichen ist und zwar nur aus der einen Richtung.
Das bedeutete für uns im Endeffekt, dass wir zweimal auf dem Motorway die Richtung wechseln müssten.
Das ist für Autos relativ unproblematisch. Es gibt für diesen Zweck immer mal wieder sogenannte U-Turns. Das heißt, es gibt in der Mitte des Motorways eine Art Abbiegerspur, mit der man dann mittels 180 Grad Kurve in die entgegen gesetzte Fahrbahn/Fahrtrichtung wechseln kann. Wenn ein Rastplatz nur auf einer Seite erreichbar ist oder eben, wie in unserem Fall eine Adresse, dann gibt es diese U-Turns.
Mit dem Fahrrad bedeutete das allerdings von dem linksliegenden Seitenstreifen einmal die zwei Fahrspuren zu kreuzen, um auf den U-Turn zu kommen und dann wieder die zwei Fahrbahnen in der Gegenrichtung zu kreuzen, um von dem U-Turn wieder zum Seitenstreifen zu kommen. Also etwas, was wir eigentlich vermeiden wollten, zumal uns auch nicht klar war, ob das für Fahrräder überhaupt erlaubt ist.
Stornieren der Buchung war nicht möglich und wir hätten auch keine wirkliche Alternative für die Nacht gehabt. Also haben wir geschaut, ob es nicht doch einen anderen Weg zur Unterkunft gibt. Unsere Fahrrad Apps Naviki und komoot waren sich einig, dass es keinen anderen Weg gibt. Aber google maps hat tatsächlich einen anderen Weg angezeigt. Allerdings war bei Google earth zu erkennen, dass es sich um Schotterstraßen handeln würde. Es war also nicht klar, ob wir diese Strecke mit unserem Tandem wirklich fahren können würden. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass es Teile dieser Strecke so gar nicht mehr gibt.
Wir haben dann entschieden vor Ort zu entscheiden, welche Strecke wir fahren wollen. Aber dementsprechend unruhig haben wir geschlafen, weil alles so ungewiss war.
Auf jeden Fall sind wir für unsere Verhältnisse früh morgens (gegen 7:30h) losgefahren, weil wir einen Großteil der Strecke zurück legen wollten, bevor es wieder richtig heiß wird.
Das war eine gute Entscheidung. Und auch die Strecke war unerwartet schön und abwechslungsreich; mal durch Wald, dann durch Felder und Wiesen und an Obstplantagen entlang und vor allem kaum Verkehr. Selbst die Steigungen waren machbar.
So waren wir relativ früh an dem Punkt, wo wir uns entscheiden mussten, welche Strecke wir fahren wollen. Der Schotterweg sah machbar aus. Und da es sich insgesamt auch nur um 8 km handelte, entschieden wir uns für die Schotterstrecke. Tatsächlich ließ sie sich ganz gut fahren. Nur ab und an mussten wir absteigen und schieben, weil es zu sandig wurde. Die neue Speiche hat auch gut gehalten.


Allerdings hat sich meine Befürchtung bewahrheitet. Nach ca. der Hälfte der Strecke war auf einmal der Weg durch einen Zaun mit Tor versperrt (mitten im Wald) mit der Aufschrift „private property, no trespassing“. Also kein Durchkommen. Wir haben dann noch einen anderen Weg versucht. Aber da kam uns ein Arbeitsfahrzeug entgegen und der Fahrer meinte, auch dieser Weg führt nur zu einer Farm.
Also sind wir notgedrungen umgekehrt und sind doch über den Motorway gefahren. Das Kreuzen des Motorways mit Hilfe des U-turns war dann doch einfacher als gedacht, da die Höchstgeschwindigkeit bei 110 km/h liegt und der Motorway lang nicht so viel befahren ist, wie bei uns die Autobahn. Es gibt immer wieder große Lücken zwischen den Fahrzeugen und die haben wir genutzt.
Glücklich in der Unterkunft haben wir den Rest des Tages gechillt. Etwas anderes konnten wir auch nicht tun, denn schließlich wollten wir nicht noch einmal den Motorway kreuzen.
Für den Folgetag haben wir uns dann eine Unterkunft in Corindi Beach gesucht, d.h. wir hatten nur eine kurze Strecke zu fahren.
Da wir wieder früh morgens aufgebrochen sind, waren wir schon gegen 10 Uhr an unserer Unterkunft, wo wir immerhin unser Gepäck schon abladen konnten.
Dann sind wir an den Strand weitergefahren, wo wir uns im Meer abgekühlt haben. Später am Tag sind wir noch zum Einkaufen in den Nachbarort gefahren, so dass wir am Ende des Tages doch wieder ca. 50 km auf dem Tacho hatten.

Erkenntnisse
– auf Google Maps ist nicht immer Verlass
– ein Umweg macht den Weg manchmal erst interessant
Andere Erkenntnis: immer schöne Radwege wäre langweilig,und die Denke schläft ein. Mama
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Wie gut das es immer ein Plan-B gibt
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